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In Wien gibt es das reinste Hundeparadies. Foto: Mike N.
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Mike wünscht sich das Hundeparadies aus Wien nach Garbsen!

Garbsen – Mike wohnt in Garbsen und ist Hundebesitzer. Zur Zeit besucht er Verwandte in Wien und ist begeistert. Auch sein Hund fühlt sich mehr als wohl in Wien, denn dort gibt es das reinste Hundeparadies.

In Wien findet man überall eingezäunte Hundewiesen, auf denen sich die Vierbeiner ordentlich austoben können. Ebenso findet man an fast jeder Ecke Stationen, an denen Hundebesitzer Häufchen-Tüten entnehmen können und passend dazu entsprechende Entsorgungs-Mülleimer.

Die Tüten sind gut beschrieben bzw. mit Bildern gekennzeichnet und jeder weiß genau, wie er sie verwenden soll. Auch die Entsorgung stellt kein Problem da, fast in jeder Straße ist ein entsprechender Entsorgungs-Behälter vorhanden – gut gekennzeichnet und leicht zu erkennen.

Mike zu GCN „Das alles finanzieren die hier in Wien von der Hundesteuer, ich bin wirklich positiv überrascht wie viele Stationen hier vorhanden sind. Hier kommt man als Hundebesitzer überhaupt nicht in die Verlegenheit nicht zu wissen, wo man sein Häufchen-Beutel entsorgen soll, geschweige denn solche zu erhalten. Was passiert denn zu Hause in Garbsen mit der Hundesteuer, was wird davon finanziert? Das würde mich wirklich einmal interessieren.“

GCN wird dieser Frage nachgehen und bei der Stadt Garbsen nachfragen und diesen Leserbrief an die zuständige Stelle weiterleiten. Wenn wir Antworten erhalten haben, berichten wir natürlich darüber.

Heute am 11. Juli 2019 erhielten wir von der Stadt Garbsen folgende Antwort bezüglich unserer Fragen, was genau mit der Hundesteuer passiert.

Die Stadt Garbsen schreibt:

Anhand der Schilderung seiner Beobachtungen in Wien ist nachvollziehbar, dass der Leser Mike dort paradiesische Zustände für Hundehalter sieht. Es ist ohnehin bekannt, dass eingezäunte Auslaufflächen in anderen Städten gerade von auswärtigen Besuchern sehr oft als ganz besonderes Entgegenkommen dieser Städte für die Hundehalter angesehen werden. Dabei wird jedoch häufig verkannt, dass es sich in der Regel um dichtbesiedelte Städte oder um Kurorte handelt, in denen ansonsten ein restriktiver genereller Leinenzwang besteht. Tatsächlich dienen die Auslaufflächen dann dazu, den Hunden überhaupt einen Auslauf zu ermöglichen.

Auch in Wien müssen Hunde im öffentlichen Raum sowie beispielsweise an frei zugänglichen Teilen von Häusern und Höfen entweder Leine oder Maulkorb tragen. Da Garbsen im Gegensatz zu größeren dicht besiedelten Städten in weiten Teilen ländlich geprägt ist und keinen historisch gewachsenen Stadtkern hat, wurde hier gerade im Interesse der Hundehalter von einem ganzjährigen generellen Leinenzwang abgesehen.

Und während viele andere Städte also kleine Bereiche geschaffen haben, um wenigstens dort einen Auslauf zu gewährleisten, ist in Garbsen lediglich für bestimmte Bereiche, wie den Schongebieten, dem Stadt- und Bürgerpark und im Park am Berenbosteler See ein Leinenzwang geregelt worden. Und selbst im Park am Berenbosteler See ist als weiteres Zugeständnis für die Hundehalter eine Hundeauslauffläche ausgewiesen worden. Somit wird deutlich, dass ein Vergleich nicht immer ganz so einfach ist, wie es zunächst scheint.

Dies gilt auch für Steuern (oder „Abgaben“, wie es in Wien heißt). Wie andere Steuern auch ist die Hundesteuer entgegen einer weit verbreiteten anders lautenden Auffassung nicht mit einer konkreten Gegenleistung verbunden. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Aufwandssteuer, die wie auch die Grund- und die Gewerbesteuer grundsätzlich in den allgemeinen Haushalt fließt. Anders als bei einer zweckgebundenen Abgabe dienen die Einnahmen aus der Hundesteuer somit der Finanzierung verschiedener sozialer, kultureller, schulischer und wirtschaftlicher Maßnahmen.

GCN/bs

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