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Kühe pflegen neue Grünlandflächen in Marienwerder (Foto: Themenfoto)
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Kühe pflegen neue Grünlandflächen in Marienwerder

Garbsen – Seit diesem Frühjahr weiden 27 Kühe mit derzeit acht Kälbern sowie ein Bulle in der Leineaue in Marienwerder. Sie pflegen damit auf schonende Art 17 Hektar zusammenhängende Grünlandflächen, die zwischen Sommerdeich und Leine im vergangenen Jahr angelegt wurden.

Dabei wurden zehn Hektar Ackerland im Überschwemmungsgebiet der Leine durch Ansaat von regionaltypischen Gräsern und Kräutern in Grünland umgewandelt und mit benachbarten bereits vorhandenen Grünlandflächen zusammengelegt.

Dieses Projekt gehört zum „Agrikulturprogramm“ der Landeshauptstadt Hannover im Rahmen des Programms „Mehr Natur in der Stadt“. Ziel der Programme sind die Förderung der Biodiversität und der Erhalt extensiver Grünlandflächen in der Stadt durch eine umweltschonende Nutzung.

Nach dem Prinzip „Pflege durch Nutzung“ wird das Areal in Marienwerder durch die Mutterkuhherde der Landwirte Markus Grimm (Garbsen-Havelse) und Manfred Auras (Langenhagen) dauerhaft gepflegt und erhalten.

Mehr als 190 Hektar Grünland angelegt

In den vergangenen 25 Jahren ist allein in Niedersachsen ein Drittel aller Grünlandflächen durch Nutzungsintensivierung und den Strukturwandel in der Landwirtschaft verschwunden.

Die Landeshauptstadt Hannover steuert diesem Trend entgegen und trägt zum Erhalt vielfältiger Grünlandflächen bei, indem sie durch Ankauf wertvolle Flächen sichert oder neues Grünland auf ehemaligen Grünlandstandorten wieder etabliert.

Seit den 1990er Jahren sind so mehr als 190 Hektar Grünland neu entstanden. Insgesamt gehören der Landeshauptstadt Hannover mittlerweile 420 Hektar Wiesen und Weiden in der Stadt.

Die extensiven Grünlandflächen werden schonend, ohne Dünger und Pestizide, bewirtschaftet. Die Beweidung orientiert sich am Graswuchs und entfällt entsprechend im Winter.

Auengebiete wie auch dieser Bereich gehören zu den Landschaften, in denen ursprünglich Weiden und Wiesen typisch waren. Auch in Marienwerder standen noch bis in die 1980er Jahre Kühe auf der Weide und wurden dort früher noch gemolken.

Die jetzt dort grasenden Tiere sind allerdings keine Milchkühe. Es handelt sich um Fleischrinderrassen der Kreuzungen Limousine, Charolais und Fleckvieh. In Kürze werden die Kälber von den Flächen genommen, und ein Bulle kommt zur Herde hinzu.

Schutz für Flächen mit hohem Wert für Pflanzen und Tiere

Bis zu 40 verschiedene Gräser- und Kräuterarten bilden die bunte Palette artenreicher Wiesen und Weiden. Sie sind Lebensraum unzähliger Insekten und damit Nahrungsquelle und Kinderstube für Storch, Braunkehlchen und Wachtelkönig sowie für Hase und Reh.

Artenreiche Wiesen und Weiden zählen europaweit zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen.

Die Stadt Hannover möchte für den Schutz der Lebensräume sensibilisieren und bittet die Bürger*innen um Mithilfe, den Lebensraum Grünland mit seiner Artenvielfalt zu erhalten.

Dafür ist es wichtig, dass Menschen und ihre Hunde entsprechend der Vorgabe für Landschaftsschutz-gebiete auf den Wegen bleiben.

Auf den besonderen Wert und die Bedeutung der stadteigenen Wiesen und Weiden weist der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün mit einem neuen Schild hin.

Die Stadt appelliert dabei besonders auch daran, die landwirtschaftlichen Flächen nicht zu betreten: Vor allem Spaziergänger*innen mit Hunden stellen eine große Gefahr für viele wildlebende Tiere dar, die dort im Frühjahr ihre Jungen aufziehen.

Bodenbrüter werden dadurch empfindlich gestört, bis hin zur Aufgabe der Nester. Immer wieder kommt es vor, dass freilaufende Hunde Hasen und Rehe jagen, ohne dass deren Halter*innen eingreifen.

GCN/kk

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