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Auch der Vorsitzende des Niedersächsischen Hausärzteverbandes, Dr. Matthias Berndt (links), impft seit ein paar Tagen in seiner Praxis in Hannover immer mehr Patienten gegen die Grippe. @Deutscher Hausärzteverband
Alltags Tipps für Garbsen

Hausärzte raten: Ab jetzt gegen Grippe impfen lassen

Garbsen –  Ob die Sonne den Vorboten des Herbstes in den nächsten Wochen doch noch ein Schnippchen schlagen kann, bleibt abzuwarten.

Fakt ist indes: Die Grippe steht jetzt schon in den Startlöchern. Daher heißt es beim niedersächsischen Hausärzteverband vor Saisonbeginn: „Gehen Sie rechtzeitig zur Schutzimpfung.“ Die Ärzte-Organisation hat bereits vor einiger Zeit ihre Mitglieder aufgefordert, den aktuellen Grippeimpfstoff auf Vorrat zu besorgen – nun steht er den Praxen zur Verfügung.

„Ab der 40. Kalenderwoche, also Anfang Oktober, rechnen wir in der Regel mit den ersten Grippefällen“, sagt Verbandsvorsitzender Matthias Berndt. Der Hausarzt aus Hannover empfiehlt gerade eine frühzeitige Impfung, da der Schutz erst nach zehn bis 14 Tagen greift. „Ist die Grippewelle erst einmal im Gang, besteht ein erhöhtes Risiko, dass sich das Virus trotz Vorsorge im Körper ausbreitet und es zu einer Grippeerkrankung kommt. Daher unsere Bitte: Schieben Sie die Impfung nicht auf die lange Bank!“, so der Allgemeinmediziner.

Wer sollte sich nach Auffassung der ständigen Impfkommission unbedingt impfen lassen?

  • über 60-Jährige
  • Personen mit chronischen Erkrankungen der Atmungsorgane, mit Leber- und Nierenleiden, mit Herz-Kreislauferkrankungen sowie
  • Diabetiker und
  • Schwangere.

„Gerade bei diesen Gruppen steigt im Fall der Ansteckung die Gefahr von Komplikationen und eines schwerwiegenden Verlaufs immens an, unabhängig vom Alter übrigens“, sagt Allgemeinmediziner Berndt und zitiert eine Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI), wonach es in der Grippesaison 2015/2016 rund 16.000 grippebedingte Krankenhausaufenthalte und geschätzte 4,1 Millionen grippebedingte Arztbesuche gab. Daher rät Berndt außerdem Personen, die viel Kontakt zu anderen Menschen haben, wie in Schulen, Kindergärten, Arztpraxen oder Pflegeheimen, ebenfalls zur Impfung. Aus Erfahrung weiß er: „Bei einer richtigen Influenza drei Wochen flachzuliegen, ist keine Seltenheit.“

Ist eine Grippeschutzimpfung auch für nicht vorrangig gefährdete Personen wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter 60 Jahren zu empfehlen? „Sie sollten auf alle Fälle zu ihrem Hausarzt gehen und sich beraten lassen. Denn eine Impfung ist und bleibt die wichtigste Schutzmaßnahme“, betont der Hausarzt, „und sollte einen trotzdem die Grippe erwischen, so verläuft die Krankheit in der Regel schwächer.“

Übrigens: Schutz ist nicht nur vor der Grippewelle angesagt. Für Impfungen gegen Tetanus, Diphterie, Kinderlähmung und Keuchhusten ist immer Saison. Besonderes Augenmerk wird in den Impfempfehlungen auch auf eventuelle Auffrischungen gegen Masern für Personen ab dem Jahrgang 1970 gelegt. „Daher am besten seinen Impfpass beim Hausarzt überprüfen lassen, um jederzeit up to date zu sein“, empfiehlt der Verbandschef. Wer noch keinen Impfpass hat: Beim Hausarzt gibt es diesen kostenlos.