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Städtebaulicher Wettbewerb für „Berenbostel Ost“

Region Hannover und Stadtverwaltung stellen gemeinsames Pilotprojekt vor

Garbsen – Auf Anregung der Region Hannover will die Stadtverwaltung Garbsen ein rund 20 Hektar großes Areal am östlichen Rand von Berenbostel entwickeln. Dies soll im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs erfolgen.

Unter fachlicher und finanzieller Beteiligung der Region Hannover soll ein für die Stadtentwicklung beispielhaftes Pilotprojekt entstehen. Einzug der ersten neuen Bewohnerinnen und Bewohner könnte bereits im Herbst 2020 sein.

„Der Rat der Stadt Garbsen hat die Verwaltung beauftragt, die quantitative und qualitative Entwicklung von Wohn- und Gewerbeflächen voranzutreiben. Der Bedarf an Wohnraum ist groß. Insbesondere durch die Ansiedlung des Campus Maschinenbau Garbsen (CMG) bietet sich für unsere Stadt eine große Chance“, sagt Bürgermeister Dr. Christian Grahl und fügt hinzu: „Ein Wettbewerbsverfahren ist der richtige Weg, um die gewünschte städtebauliche Entwicklung unter Einbeziehung der vielfältigen Nutzungsansprüche erreichen zu können. Für diese Anregung und die zugesagte Unterstützung danke ich der Region Hannover ausdrücklich.“ Im Fokus stehen attraktive und leistungsfähige Wohnbaugebiete mit hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität.

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Dazu passend hat die Region Hannover im vergangenen Jahr die sogenannte WohnBauInitiative gestartet, um Kommunen bei der Schaffung von bedarfsgerechtem Wohnraum zu unterstützen. „Die Region Hannover wächst, wir brauchen dringend bezahlbaren Wohnraum für die bis 2025 prognostizierten rund 38.000 neuen Einwohnerinnen und Einwohner. Genauso wichtig ist aber, dass keine tristen Betonburgen entstehen, sondern anspruchsvolle und lebenswerte Quartiere, in denen sich ganz unterschiedliche Bevölkerungsgruppen wohlfühlen“, so Prof. Dr. Axel Priebs, Erster Regionsrat und Leiter des Dezernats für Umwelt, Planung und Bauen der Region Hannover. „Ein städtebaulicher Wettbewerb ist ein gutes Instrument, um das kreative Potenzial der Planerinnen und Planer abzurufen und am Ende das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Ich freue mich, dass wir mit der Stadt Garbsen einen Kooperationspartner gefunden haben, um in einem Pilotprojekt attraktiven Wohnungsbau für die nächsten Generationen zu entwickeln“, so Prof. Priebs weiter.

Die Vorarbeit hat die Stadt Garbsen bereits durch einen Ratsbeschluss zu einer Wohnbauflächen-Offensive geleistet, der an 20 Standorten auf mehr als 100 Hektar Fläche die erforderlichen Aufstellungsbeschlüsse herbeigeführt hat. Grundlage hierfür ist ein aktuelles Wohnraumversorgungskonzept.

Auch der Garbsener Stadtbaurat Frank Hauke ist sich sicher: „Städtebauliche Wettbewerbe fördern die Baukultur und sichern die bestmögliche Qualität in Architektur und Stadtplanung und stellen somit die beste Lösung für die Stadt und ihre Bewohner dar.“ Im Rahmen eines sogenannten Einladungswettbewerbes sollen drei renommierte, international bekannte Planungsbüros den Auftrag erhalten, ein Gesamtkonzept für die zu entwickelnde Fläche in Berenbostel-Ost zu erstellen, erläutert Hauke. Im Anschluss an die Präsentation des fertigen Konzepts beträgt der Zeitraum für die Schaffung des Baurechts, der Bauleitplanung und der Erschließungsarbeiten rund zweieinhalb Jahre. „Mit dem Einzug der ersten neuen Bewohnerinnen und Bewohner kann ab Herbst 2020 gerechnet werden“, so Hauke. Auf den drei Teilflächen zu insgesamt rund 20 Hektar könnten rund 600 Wohneinheiten entstehen. Die Kosten für das Wettbewerbsverfahren belaufen sich auf rund 80.000 Euro. Die Region Hannover übernimmt davon 20.000 Euro.

Zu beachten sei auch, so Erster Stadtrat und Kämmerer Walter Häfele, dass die Stadt Garbsen dringend neue Einnahmen generieren müsse, um ihre zukünftigen Aufgaben bewältigen zu können. „Über die Realisierung des beachtlichen städtebaulichen Potenzials der Stadt können insbesondere weitere Steuereinnahmen erreicht werden. Daher gilt es, die Wohnbebauung voranzutreiben, die Zahl der Einwohner kontinuierlich zu erhöhen und vorzugsweise mittelständische Unternehmen nach Garbsen zu holen. Für die Stadt beginnt dieser Prozess mit dem projektbezogenen Erwerb von Grundstücken und setzt sich mit ihrer Erschließung, der Schaffung von Baurecht und der rentierlichen Veräußerung von Flächen zu angemessenen Preisen fort“, sagt Häfele. Somit könne Garbsen die notwendige Infrastruktur, insbesondere in Form von Kitas und Schulen, besser finanzieren und so einen Beitrag zu einer guten Stadtentwicklung leisten.

Die gemeinsame Idee von Region und Stadtverwaltung, in Berenbostel-Ost ein Pilotprojekt zu realisieren, soll demnächst in den politischen Gremien vorgestellt werden.

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GCN

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