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Rund 20 Garbsener informieren sich auf Einladung des Humanistischen Verbands Garbsen über die aktuelle Forschung am Institut für Nutztiergenetik Mariensee
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Schweine als Lösung des Mangels an Spenderorganen?

Garbsen –  Garbsener Humanisten informieren sich über die Arbeit des Instituts für Nutztiergenetik Mariensee!

Der Verband will die öffentliche Diskussion über aktuelle Ethikfragen aktiv mitgestalten. Weltweit warten Tausende Menschen auf eine Organspende. Gleichzeitig setzen eine stagnierende, in Deutschland teils auch rückläufige, Spendenbereitschaft und drohende Abstoßungsreaktionen des Immunsystems auf Spenderorgane der Medizin noch immer enge Grenzen. Unter anderem am Institut für Nutztiergenetik Mariensee arbeiten Forscher daran, für beide Probleme Lösungen zu finden. Auf Einladung des Humanistischen Verbands haben sich rund 20 Garbsener Bürger über die Arbeit der Wissenschaftler und die Erfolgsaussichten informiert. Die Grundidee: Schweine genetisch so zu verändern, dass ihre Organe als Spenderorgane für Menschen in Betracht kommen. „Schweine vermehren sich schnell und können unter hohen Hygienestandards gehalten werden – eine Grundvoraussetzung, wenn ihre Organe für Menschen genutzt werden sollen“, erläuterte Institutsleiter Professor Heiner Niemann. Erste Erfolge haben die Wissenschaftler schon erreicht: Ein Affe, dem ein Schweineherz eingesetzt wurde, lebt seit rund 700 Tagen mit diesem Organ. Durch moderne biochemische Verfahren wie beispielsweise die CRISPR/Cas-Methode sei es möglich, Gene gezielt auszuschalten, die in Verbindung mit Abstoßungsreaktionen stehen. „Wir haben die weltweit ersten Eber mit vielversprechenden Genen aufgezogen, und sie produzieren bereits Nachwuchs“, so Niemann. Es sei allerdings noch zu früh, um konkrete Prognosen aufzustellen, wann tatsächlich die ersten tierischen Organe für eine Transplantation zum Menschen genutzt werden könnten. „Der technische Fortschritt hat das Potenzial, Teil der Lösung einiger drängender medizinischer und anderer gesellschaftlicher Herausforderungen zu sein, aber er stellt auch ganz neue ethische Fragen. Als Humanisten wollen wir uns an der gesellschaftlichen Diskussion hierüber aktiv beteiligen und Informationsmöglichkeiten anbieten“, sagt Karl-Otto Eckartsberg, Vorsitzender der Garbsener Humanisten. Aus diesem Grund hat der Verband unter anderem ein Diskussionsforum ins Leben gerufen, bei dem Experten über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen ihres jeweiligen Fachgebiets berichten. Die ersten beiden Veranstaltungen hatten Gentechnik und Organspende zum Thema.

Weitere Informationen zu den Angeboten des Humanistischen Verbands gibt Eckartsberg nach einer E-Mail an koeckartsberg@t-online.de.

GCN/ku

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