Start > Aktuelles > Rundgang zeigt den Wandel der Horst
SozialeStadt
Aktuelles

Rundgang zeigt den Wandel der Horst

Garbsens Stadtarchivarin Rose Scholl und Quartiersmanager Marc Müller-de Buhr haben bei einem Rundgang über die Horst mehr als 40 Interessierte mit großen Fotos, Anekdoten und vielen Informationen in die spannende Geschichte eines Stadtteils eintauchen lassen, der sich im ständigen Wandel befindet. Graue Betontreppen, große Rasenflächen, dreigeschossige Wohnhäuser: Nichts weist an der Ecke Breite Riede/Neptunhof noch darauf hin, dass hier eine Mühle stand. „1966 schmiss der Müller das Handwerk“, sagte Rose Scholl, Herausgeberin und Autorin des gerade erschienenen Buchs „Der Griff nach den Sternen“. Die 1720 erbaute Mühle musste weichen und wurde samt Müllerhaus abgerissen.

Scholl berichtet auch, in welcher Geschwindigkeit das einstige Vorzeigeprojekt des Bundesbauministeriums auf hannöverschen Reißbrettern entstand, wie innerhalb von Monaten aus Fertigbauteilen Häuser wuchsen, von denen aus Eltern ihre Kinder beim Spielen im Blich behalten konnten – ganz so, wie es der Chefplaner der Horst Eberhard Kulenkampff gefordert hatte. Garbsen galt in den 60er Jahren – nach der Entstehung der Horst – als die kinderreichste Kommune Deutschlands – die Schulkinder wurden in Schichten unterrichtet“, erzählte Scholl. Lange Schlangen gab es am Bärenhof: Dort wo heute das Soziale Kaufhaus, das Projekt X und die Ausgabe der hannöverschen Tafel zu finden sind, stand das erste Konsum des Stadtteils. Es löste die kleine Baracke ab, wo die Bewohner das Nötigste einkaufen konnten. Trotzdem fuhr ein Milchwagen durch den Stadtteil, erinnerte sich ein Erstbewohner beim Stadtteilrundgang. „Der hatte neben Milch auch Mehl und Brot dabei.“Spaziergang

Vielen der Stadtteilspaziergängern ist auch noch der umstrittene Abenteuerspielplatz der Horst im Gedächtnis geblieben. Ab April 1974 westlich vom Friedhof gelegen, wurde er 1979 getragen von einem Verein. Es gab einen handfesten Streit um die hauptamtliche pädagogische Betreuung; 1982 musste der Spielplatz schließen. Quartiersmanager Marc Müller de-Buhr berichtete anschaulich, wie sich der Stadtteil im Zuge des Programms Soziale Stadt seit 2006 verändert hat. Viele Projekte seien unter Mitwirkung der Bewohner entstanden – wie das seit 2008 etablierte Meinfest auf dem Hérouville-St-Clair-Platz und aktuell die Umgestaltung des Grünzugs parallel zur Autobahn.

Im gerade erschienen Buch „Der Griff nach den Sternen“ finden sich viele historische Fotos und Kartenmaterial. Die Herausgeber Rose Scholl und der Erste Regionsrat Axel Priebs sowie weitere Autoren beleuchten zudem auf 192 Seiten die Geschichte, die Gegenwart und die Zukunft des Stadtteils Auf der Horst. Das Buch kostet 20 Euro und ist im Buchhandel sowie im E-Center im Planetenring erhältlich. Was eigentlich war, bevor die Horst gebaut wurde, ist Thema eines Bildervortrags über die Historie der Horst, den Scholl am Donnerstag, den 6. Oktober, um 18 Uhr im Ratssaal hält.
MuehleSpaziergang

 

(GCN)

Teilen Sie diesen Beitrag: