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Gesundes Essen in Kitas und Schulen

Die Qualitätsoffensive „Macht Dampf! – Für gutes Essen in Kita und Schule“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ermutigt Eltern, sich mit der Ernährung ihrer Kinder auseinanderzusetzen. Die Kampagne informiert, warum gutes Essen sowohl zu Hause als auch in Kita und Schule wichtig ist, und erklärt den DGE-Qualitätsstandard bzw. was eine ausgewogene Kita- und Schulverpflegung ausmacht. In diesem Artikel erfahrt ihr die wichtigsten Anhaltspunkte, mit denen Eltern bewerten können, ob das Essen an der Kita oder Schule ihres Kindes gesund und ausgewogen ist.

Woran erkenne ich gutes Kita- und Schulessen?

Lebensmittel – die Vielfalt macht’s
Getreide und Kartoffeln sind ein gutes Fundament
Getreide bzw. Getreideprodukte und Kartoffeln sind der Grundstoff für eine ausgewogene Ernährung und stehen täglich auf dem Speiseplan – mindestens einmal pro Woche als Vollkornvariante. Industriell hergestellte Kartoffelerzeugnisse wie zum Beispiel Pommes Frites, Kroketten oder Kartoffelpüree sind lecker, aber nur in Maßen zu genießen.
Gemüse und Salat gibt’s jeden Tag
Gemüse, Hülsenfrüchte oder Salat liefern viele wichtige Nährstoffe und gehören jeden Tag auf den Teller – am besten sind zweimal pro Woche Rohkost oder Salat dabei.
Obst macht den Speisezettel bunt
Obst ist nicht nur gesund, sondern auch lecker. Alle zwei bis drei Tage sollte eine gehörige Portion Obst auf dem Speiseplan stehen – egal ob geschnitten oder gerührt.
Milch & Co. sorgen für Kraft
Milchprodukte haben einen hohen Eiweiß- und Calciumanteil, das ist besonders wichtig für Muskeln und Knochen. Käse, Joghurt, Quark und Co. landen deshalb mindestens zweimal pro Woche auf dem Teller.
Fleisch, Wurst, Fisch und Ei gibt’s nicht zu oft
Wie oft gibt es Fleisch und Wurst in Schul- und Kitamittagessen? Das muss nicht täglich sein – zweimal pro Woche reicht völlig. Am besten einmal als mageres Muskelfleisch. Und dazu im Idealfall einmal pro Woche Seefisch – vorausgesetzt er stammt nicht aus überfischten Beständen. Sogenannter Fettfisch (z.B. Makrele, Hering) ist besonders reich an Omega-3-Fettsäuren und kann deshalb gerne alle zwei Wochen auf dem Speiseplan stehen. Fischstäbchen dagegen sollte es besser nicht öfter als alle zwei Wochen geben.
Fette und Öle sind nicht immer die „Bösen“
Gute Fette und Öle liefern wichtige Nährstoffe. Rapsöl gehört zu den „Guten“, weil es reich an Omega-3-Fettsäuren ist und ist deshalb Standard in der Schul- oder Kitaküche.
Getränke sind immer dabei
Ohne Wasser läuft nichts. Am besten eignet sich Trinkwasser (Leitungswasser). Das ist kostengünstig und gut kontrolliert.

Zubereitung – sanft und nährstoffschonend bitte sehr!
Abwechslung macht Laune
Eine Faustregel lautet: Mahlzeiten sollten sich frühestens nach vier Wochen wiederholen. Und: Auf den Tisch kommt, was es saisonal gerade gibt. Außerdem müssen Vegetarier sich nicht mit den Beilagen begnügen, sondern haben ein Gericht zur Auswahl.
Rücksicht auf spezielle Gewohnheiten und Bedürfnisse
Geschmäcker sind so verschieden wie die Menschen. Klar, dass man nicht jedem gerecht werden kann. Aber eine gute Schul- oder Kitaküche passt sich an ihre Gäste an und berücksichtigt kulturell, religiös oder regional geprägte Essgewohnheiten. Dabei sind Kinder und Jugendliche mit Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten nicht zu vergessen.
Lieber Kräuter statt Fett, Zucker und Salz
Speisen müssen nicht in Fett baden, um lecker zu schmecken. Es gibt auch fettarme Methoden der Zubereitung – Frittiertes und/oder Paniertes kommt höchstens einmal pro Woche auf den Tisch. Zucker und Salz sind sparsam einzusetzen. Kräuter dagegen üppig, am besten frisch oder tiefgekühlt.
Alles eine Frage der guten Temperatur
Was die Temperatur von Speisen angeht, gibt es klare Regeln: Kalte Speisen sind bei maximal 7 Grad Celsius zu lagern, transportieren oder auszugeben. Bei warmen Speisen müssen es mindestens 65 Grad Celsius sein. Warmgehalten wird nicht länger als drei Stunden – also von der Entnahme aus dem Gargerät bis zur Ausgabe an das letzte Kind.
Garmethoden: es geht auch nährstoffschonend
Was bringt das beste Gemüse, wenn es nach stundenlangem Garen keine Nährstoffe mehr enthält? Gemüse und Kartoffeln sind so zuzubereiten, dass Vitamine und Nährstoffe weitgehend erhalten bleiben.
Speisepläne, die jeder versteht
Was gibt es denn heute? Speisepläne sollten vorab zugänglich und übersichtlich aufbereitet sein. Alles sollte leicht verständlich und kindgerecht erklärt sein – also keine Fachbegriffe. Bei Fleisch- und Wurstwaren sowie bei Fisch ist die Tierart angegeben.
Lebenswelt – angenehm schmeckt’s gut!
Gutes Essen braucht Raum und Zeit
Essen unter Zeitdruck macht keinen Spaß. Die Essenspause sollte mindestens 60 Minuten umfassen, Pausen zum Spielen zählen nicht dazu. Die Mahlzeiten werden in einem dafür vorgesehenen Raum ausgegeben und verzehrt.

Essen in der Schule – Welche Akteure entscheiden mit?

Caterer
Viele Schulen werden von einem Caterer beliefert. Manche Schulen kochen selbst. Der Caterer bereitet das Essen zu, entscheidet über Anlieferungs-, Warmhalte- bzw. Regenerierverfahren und gibt an manchen Schulen das Essen aus. Idealerweise sollte er nur DGE-zertifizierte Menülinien anbieten. Der Caterer steht vor der Herausforderung, gute Qualität zu günstigem Preis anzubieten.
Küchenpersonal
Viele Schulen haben eigenes Küchenpersonal, welches das Essen vom Caterer übernimmt und es für die Ausgabe vorbereitet. Dabei achtet es darauf, dass in Küche und Speisesaal alles in Ordnung ist. Das Küchenpersonal begrüßt die Kinder bei der Essensausgabe und verteilt das Essen.
Schul- oder OGS-Leitung
Die Leitung organisiert das Schulessen im Alltag und entscheidet oft (mit) über die Auswahl des Caterers.
Mensa-AG
Die Mensa-AG kann auch Essens-Ausschuss oder Mensa-Ausschuss heißen. Sie ist ein freiwilliger Zusammenschluss von allen, die sich an der Schule für gutes Essen einsetzen wollen. Die Möglichkeiten zur Mitbestimmung sind von Schule zu Schule verschieden. Nur wenige Schulen in Deutschland haben eine Mensa-AG – dabei ist sie die beste Möglichkeit für Eltern, sich einzubringen. Die Mensa-AG kann Veränderungen rund um das Mit-tagessen anstoßen, bei der Wahl des Caterers mitbestimmen und den Speiseplan prüfen.
Schülerinnen und Schüler
Ihnen soll es schmecken! Ihr Feedback hilft, die Qualität des Essens zu steigern.
Eltern
Sie sprechen mit ihren Kindern über das Essen und haben darüber hinaus viele Möglichkeiten, sich zu engagieren – zum Beispiel in einer Mensa-AG.
Lehrerinnen und Lehrer
Sie können das Thema gesunde Ernährung in vielen verschiedenen Unterrichtsfächern aufgreifen.
Bundesregierung
Sie finanziert die 16 Vernetzungsstellen Schulverpflegung gemeinsam mit den Bundesländern. Zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hat sie den Standard für eine gute Schul- und Kitaverpflegung entwickelt. Auch stellt sie Informationen rund um gute Schul- und Kitaverpflegung sowie Ernährungsbildung bereit.
Landesregierung
In Deutschland ist Schule Ländersache. Deshalb entscheidet die Landesregierung über die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Schulessen oder über finanzielle Zuschüsse. Sie finanziert die Vernetzungsstelle Schulverpflegung gemeinsam mit der Bundesregierung.
Schulträger
Es gibt viele verschiedene Formen der Trägerschaft: städtische, private oder kirchliche. An vielen Schulen entscheidet der Träger über die Verpflegung, schließt den Vertrag mit dem Caterer ab, finanziert Mobiliar, Essensausgabe (Küchen) sowie Speiseräume und zahlt Zuschüsse zu den Mahlzeiten.
Vernetzungsstellen
Die Vernetzungsstellen Schulverpflegung gibt es in allen Bundesländern. Sie sind Service- und Beratungsbüros für die Schul- und Kitaverpflegung. Sie beraten auf Anfrage Eltern, Schulen und Caterer bei der Verbesserung des Schulessens. Des Weiteren beraten sie auch Schulträger (z.B. zum Thema Ausschreibungskriterien).

So machen Eltern den Qualitäts-Check

In drei Schritten zu einer guten Kita- und Schulverpflegung:
Schritt 1: Essenskalender ausfüllenessenskalender
Mit Hilfe des Essenskalenders kommen Eltern mit ihren Kindern ins Gespräch und erfahren, was in Kita und Schule auf den Teller kommt, und wie es ihren Kindern schmeckt. Sie können darin konkret festhalten, welche Speisen wie serviert werden. Wer den Kalender über einen Zeitraum von vier Wochen ausfüllt, hat außerdem eine ideale Grundlage, um im zweiten Schritt den Qualitäts-Check für Kita- oder Schulverpflegung vorzunehmen. Der Essenskalender steht unter www.macht-dampf.de zum Download bereit.
Schritt 2: Ergebnisse in Checklisten eintragen
Anhand der Qualitäts-Checks für Kita- und Schulverpflegung können Eltern prüfen, ob zentrale Kriterien des DGE-Qualitätsstandards in Kita und Schule eingehalten werden. In den Checklisten halten sie z.B. fest, wie häufig Gemüse, Obst oder Fleisch angeboten werden, ob die Speisen noch warm sind, wie sie präsentiert werden und ob sich der Caterer an den empfohlenen Mengenangaben orientiert. Die Qualitäts-Checks Kita- und Schulverpflegung können unter www.macht-dampf.de heruntergeladen werden.
Schritt 3: Kontakt mit Kita-/Schulleitung aufnehmen
Die Schul- oder Kitaleitung organisiert das Mittagessen im Alltag und entscheidet oft (mit) über die Auswahl des Caterers. Um herauszufinden, welchen Stellenwert das Thema Ernährung in der Schule oder Kita hat und was die Leitung über das Thema Ernährung denkt, vereinbaren Eltern am besten einen Gesprächstermin. Falls es förmlicher zugeht, finden sie unter www.macht-dampf.de ein Musteranschreiben, mit dem Schul- oder Kitaleitung auf Mängel aufmerksam gemacht werden können.

Eltern können in puncto Schulessen eine Menge bewegen
Die Kampagne „Macht Dampf! – Für gutes Essen in Kita und Schule“ ist eine Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Sie zeigt Eltern, wie sie sich für besseres Schul- und Kitaessen einsetzen können. Auf dem Webportal www.macht-dampf.de finden Mütter und Väter:
• Ernährungsinformationen für Kita, Schule und Zuhause
• Musteranschreiben und Checklisten (z.B. Essenskalender, Qualitäts-Checks)
• Praxisbeispiele für eine gelungene Verpflegung an Kitas und Schulen

 

(GCN)

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