Start > Aktuelles > European Homecare: Flüchtlingsunterkünfte
Aktuelles

European Homecare: Flüchtlingsunterkünfte

Im August wird die Gemeinschaftsunterkunft mit 144 Plätzen in der Flemmingstraße bezugsfertig. “Auch die Erweiterung der Unterkünfte in Stelingen an der Carl-Zeiss-Straße (auf 92 Plätze) und in Frielingen an der Otternhägener Straße (auf 96 Plätze) wird im August abgeschlossen“, sagte Garbsens Sozialdezernentin Iris Metge bei einem Pressegespräch. Die Stadt hatte für diese Einrichtungen Betreiber gesucht. Für die Flemmingstraße hatten sich sechs Organisationen beworben, für die übrigen Standorte fünf. Das DRK, das bisher die Unterkünfte an der Carl-Zeiss-Straße und die Notunterkunft am Hespe betrieben hatte, hatte sich mit Hinweis auf fehlende Ressourcen nicht beworben. Metge lobte das Engagement des DRK: „Das DRK hat uns sehr unterstützt – besonders in der Begleitung der beiden Notunterkünfte in einer gesamtpolitischen Krisensituation.“

Aus der ehemaligen Förderschule am Hespe ziehen die letzten 72 Bewohner im August in die Unterkunft an der Flemmingstraße. Die Notunterkunft kann damit aufgelöst werden. „Die Turnhalle wird voraussichtlich nach den Herbstferien wieder zu nutzen sein, die übrigen Räumlichkeiten etwas später und in mehreren Abschnitten, abhängig vom Zustand nach Auszug der Flüchtlinge“, sagte Metge.

European Homecare ist seit 1989 am Markt, Hauptsitz des Unternehmens mit rund 2500 Mitarbeitern ist Essen. European Homecare betreut deutschlandweit 150 Flüchtlings-Einrichtungen. Für den Betrieb in den Unterkünften in der Region Hannover ist Alexander Wiens verantwortlich. Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury war das Betreuungskonzept. Kern der Betreuung ist ein zielführendes und individuelles Arbeiten. „Wir setzen uns mit jedem Bewohner Ziele“, sagte Wiens, „ob Sprachabschluss, Führerschein, Job, Ausbildung oder eine eigene Wohnung. Wir setzen dabei auf die Stärken der Menschen und unterstützen die Schwachstellen.“ Letztendlich sei es das langfristige Ziel der Integration, Gemeinschaftsunterkünfte überflüssig zu machen.

Die Öffentlichkeit kann sich am Dienstag, 9. August, von 17 bis 18 Uhr einen Einblick in die neue Flüchtlingsunterkunft an der Flemmingstraße 12 verschaffen. Interessierte treffen sich dort vor der Sitzung des Ortsrats Berenbostel. Die beiden anderen, erweiterten Einrichtungen werden sich der Öffentlichkeit bei jeweils einem Willkommensfest vorstellen, voraussichtlich im September. In Garbsen sind derzeit 864 Flüchtlinge registriert. 642 von ihnen leben in Wohnungen, 222 in vier Gemeinschaftsunterkünften. Die meisten von ihnen stammen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Aus der aktuellen Quote bis Ende Juli muss Garbsen noch weitere 81 Personen aufnehmen. Die Aufnahmequote für das zweite Halbjahr 2016 steht noch nicht fest. “Eine verlässliche Prognose ist derzeit schwierig“, sagte Metge. In diesem Jahr werden voraussichtlich deutlich weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen als bisher erwartet. Das geht unter anderem aus jüngsten Zahlen des BAMF und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, das zur Bundesagentur für Arbeit gehört. „Die Stadt Garbsen rechnet aktuell mit rund 190 Personen“, sagt Metge. Voraussetzung sei, dass sich an den politischen Rahmenbedingungen wenig ändert.

(GCN)

Teilen Sie diesen Beitrag: