Start > Aktuelles > Karsten Danzmann begeistert 250 Besucher
Aktuelles

Karsten Danzmann begeistert 250 Besucher

Albert Einstein hatte deren Existenz bereits vor 100 Jahren vorhergesagt, bislang konnte sie jedoch nie bestätigt werden. Entsprechend groß war die Begeisterung über die Entdeckung nicht nur in der Wissenschaft. „Garbsen ist ein integraler Bestandteil des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts Hannover“, sagte Bürgermeister Christian Grahl angesichts der hoch konzentrierten wissenschaftlichen Expertise im Garbsener Ratssaal. Neben Professor Danzmann waren zwei der drei Professoren auf dem Podium Garbsener. Auch zahlreiche Wissenschaftler aus dem Bereich Maschinenbau, der in wenigen Jahren auf dem neu entstehenden Campus Garbsen den Forschungs- und Lehrbetrieb aufnehmen wird, waren unter den Gästen.

Hinter der Theorie der Gravitationswellen steht die Annahme, dass Objekte die Raumzeit krümmen, ähnlich eines Balls auf einem gespannten Tuch. Gravitationswellen sind entsprechend Wellen in der Raumzeit, die den Raum stauchen und quetschen, ausgelöst etwa durch Schwarze Löcher. Die so entstehenden Abweichungen von Abständen sind aber so gering, dass es äußerst sensibler Messgeräte bedarf, um sie nachzuweisen. Das gelang nun Danzmann und seinem Team mit dem in Hannover entwickelten Geo600 Laser-Interferometer, das Abweichungen in der Raumzeit bis auf ein Zehntausendstel eines Protons genau bestimmen kann. Im konkreten Fall zeichneten die Messgeräte Gravitationswellen eines Zusammenpralls zweier Schwarzer Löcher auf. Danzmann, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, Professor der Leibniz Universität Hannover und seit 25 Jahren Garbsener Bürger, machte im Rahmen der Garbsener Stadtgespräche die komplexe Thematik der Gravitationswellen im Ratssaal greif- und im Wortsinne auch hörbar. Der Zusammenprall der beiden Schwarzen Löcher, bei dem innerhalb von Sekundenbruchteilen die enorme Energie von drei Sonnenmassen freigesetzt worden war, stellte sich im Ratssaal als leicht anschwellendes und dann rasch abfallendes Rauschen dar.

Auch das mit den Professoren Wolfgang Ertmer, Direktor des Instituts für Quantenoptik, Uwe Morgner, Dekan der Fakultät Mathematik und Physik, und Herbert Welling, Institut für Quantenoptik (alle Leibniz Universität Hannover), ebenfalls hochkarätig besetzte Podium zeigte sich angesichts der bahnbrechenden Entdeckung begeistert. Selbst der Nobelpreis wurde ins Spiel gebracht. Mit Professor Heinz Haferkamp, Ehrenbürger der Stadt Garbsen, war auch der Moderator der Veranstaltung ein international renommierter Wissenschaftler. Im Anschluss an die Veranstaltung trug sich Danzmann in das Goldene Buch der Stadt Garbsen ein. Die Stadtgespräche sind eine Veranstaltung des Freundeskreises Garbsen und der Stadt. Das nächste Stadtgespräch findet am 29. September statt, referieren wird der evangelisch-lutherische Landesbischof Ralf Meister. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist stets kostenlos.

(GCN)